Barbara Ludwig
Warum Langeweile - warum nicht lesen

 

 Über mich

 Bei einer Lesung stellte mir der Veranstalter und Autor Marcus Sammet    mir folgende Fragen:

 Wer bist du und woher kommst du?

 Mein Name ist Barbara Ludwig. Ich bin im geteilten Berlin aufgewachsen, genau gesagt im Glasscherbenviertel Moabit. Getauft wurde ich noch in Lichtenrade. Später wohnte ich in der Nähe des Charlottenburger Schlosses, das hier nur für die Berliner.

Dann zog es mich nach Australien. Das Geld reichte, trotz Arbeit vor Ort als Putzfrau, als Fleischverkäuferin, als Bandarbeiterin in einer Keksfabrik, für ein gutes dreiviertel Jahr. Danach verschlug es mich an meinen Sehnsuchtsort Konstanz. Am Bodensee wäre ich gern geblieben. Doch München winkte und hier lebte ich Jahrzehnte. In Schwabing, in Großhadern, im Olympiadorf. Ach ja, in jungen Jahren habe ich auch einmal ein halbes Jahr in Hamburg gearbeitet. Seit zwei Jahren findet man mich im Spessart. Ich genieße den Wald, die beschaulichen Täler mit den gurgelnden Bächen, kurz, das geruhsame Leben in einer Ministadt und unseren Garten.

 Beschreibe dich mit 5 Worten:

 Ich bin neugierig, humorvoll, herzlich, zielstrebig und inzwischen hoffentlich auch altersweise?

 Deine Krimis sind nach Tatorten entstanden. Wann kam dir die Idee dazu?

 Ich liebe Reisen und lese unheimlich gern Romane, die in fremden Ländern spielen. Die Idee zum ersten Tatort Kalabrien kam mir vor Ort - bei einem Italienisch- Kurs in Tropea.     Genaueres bei :   Die Tatorte  

Später habe ich das Frühjahr auf Mallorca für mich entdeckt und so die nächsten Tatorte - nach einem Schwenker über das Oktoberfest in München - nach Mallorca verlegt.

 Welches ist deine verrückteste Begegnung mit einem Leser gewesen?

 Ich habe meinen ersten Tatort Mallorca in einem gehobenen Hotel vorgestellt und kam nach der Lesung mit einem Gast ins Gespräch. Er war begeistert und ich geschmeichelt, bis er mir erzählte, dass er erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen worden sei. Natürlich sei er fälschlich verurteilt worden, seine Schwiegermutter umgebracht zu haben. Seine Frau habe ihn reingelegt. Anschließend schilderte er mir ausführlich, wie seine Frau ihre behinderte Mutter mit einem Kissen erstickt hat. Ich bekam Gänsehaut und lehnte das Angebot, die Geschichte für ihn als Ghostwriterin zu schreiben, höflich ab. Fantasie und Wirklichkeit sind halt zwei verschiedene Dinge.

 Liest du das gleiche Genre, in welchem du schreibst, oder ziehst du bewusst eine Trennlinie?

 Ich habe schon als Kind jedes Buch verschlungen, das mir in die Hände fiel. Dabei bin ich geblieben. Ich lese zum Glück schnell und das, was mich momentan interessiert. Das können Sachbücher sein, Biografien, historische Romane, Schicksalsgeschichten, Krimis. Horrorgeschichten und sehr düstere Krimis verursachen mir Albträume und sind heute eher nicht mehr auf meiner Buchliste zu finden.  Aus  diesem Grund sind meine Krimis auch  eher eine Mischung -  die Protagonisten werden ungewollt in ein Verbrechen verstrickt und ich gebe zu, es ist auch in jedem Buch eine Liebesgeschichte dabei.   Viele Verbrechen werden  aus   Liebe   verübt - aus verschmähter Liebe zum Beispiel wie in meinem ersten Mallorca Tatort.

 Wer ist dein Lieblingsprotagonist (m/w) in deinen Tatorten?

 Eindeutig Commissario di Flavio. Er ruht in sich und reibt sich ab und an dem Verhältnis zu seiner Frau Erica, die etwas abgehoben zur High Society gehören möchte. Aber jede Figur wächst mir ans Herz. Im Augenblick ist es der Pianist Pavel aus meinem neuen, noch nicht erschienenen Buch „Töten für Chopin“ und seine Partnerin Anna Solero.

 In welchem Alter hast du begonnen zu schreiben?

 Als ich zehn oder elf Jahre alt war, ist eine Geschichte von mir in einer Zeitschrift veröffentlicht worden. Es ging um Bambi! Mit Zwanzig wollte ich unbedingt einen Liebesroman schreiben, dann mit Vierzig einen Beziehungsroman, geschrieben habe ich dann mit Fünfzig einen autobiografischen Roman: Zum Weinen ist die Zeit zu schade.

 Welches ist dein Lieblingsbuch?

 Noch immer: Schöne neue Welt von Aldous Huxley. Seine Vorstellungen sind inzwischen von der Wirklichkeit eingeholt worden. Und seit Kurzem: Das Herzenhören von Jan- Philipp Sendker  (meine Leseempfehlung für Juli 2020)

 Was ist für dich das Besondere am Schreiben eines neuen Romans, wann kommen dir die besten Ideen für eine neue Geschichte?

 Ich behaupte oft scherzhaft, dass ich in meinem früheren Leben ein Hund gewesen sein muss. Wenn ich nicht jeden Tag eine Strecke gehe, bin ich schlecht drauf. Beim Gehen kommen mir die besten Ideen. In München durch den Englischen Garten, dann durch den Westpark, später durch den Olympiapark. Jetzt ist der Wald rund um meinen Wohnort Bad Orb mein Auslaufgebiet. Und dann ist mein Lebenspartner am Ideenfinden nicht unbeteiligt, er ist überaus kreativ und zündet oft das Schreib-Feuer.

 Ein Buch zu schreiben erfordert auch Recherche, wie handhabst du es als Autorin damit?

 Ich recherchiere überaus gern, das ist für mich ein immenser Spaß. Zum Beispiel habe ich mich richtig reingewühlt in die Materie, als ich über das Leben der Kurtisane und Dichterin Veronica Franco schrieb. Und auch zu meinem neuesten Buch Arbeitstitel: Töten für Chopin habe ich viele bemerkenswerte Sachbücher über Musik, über Chopin und über George Sand gelesen.

 Wie planst du als Autorin den Tag ein, wann hast du die beste Zeit zum Schreiben?

 Ich bin morgens relativ unruhig und brauche Bewegung. Am besten arbeite ich am Nachmittag.

 Welchem Autor/in würdest du gerne mal begegnen?

 Es gab ein Buch – Ophelia lernt schwimmen – von Susanna Kubelka, das mir lange vor meiner Schreibzeit unheimlich gut gefallen hat. Und dann saß ich mit meinem ersten Buch am Stand von LÜBBE direkt neben Frau Kubelka. Das war stark. Ansonsten – ich bin stolz, dass ich so viele bekannte Autoren kennen lernen durfte, zum Beispiel Iny Lorentz, Inge Löhning  https://inge-loehning.de , Heidi Rehn  https://heidi-rehn.de , Ingeborg Struckmeyer, Stefanie Gregg https://stefanie-gregg.de ,  in Mallorca  Claudia Rana Wenzel  https://rana-wenzel.de,   über die Musik von Hudlhub: Mathias Petry, dessen skurrile Heimatkrimis ich einfach Klasse finde und  Monika Pfundsmeier (aktuelle Buchempfehlung).

 Kannst du dich noch an deine erste Geschichte erinnern, die du geschrieben hast?

 Aber ja. Das gelbe Sofa – die Geschichte einer Witwe, die im Schaufenster ein verrücktes, quietschgelbes Sofa entdeckt. Es spricht mit ihr und als sie es endlich kauft, verändert sich ihr Leben.

In der Geschichte stecken durchaus Parallelen zu mir. Ich war gerade Witwe geworden. Und mein Leben veränderte sich. Durch das Schreiben habe ich dann meinen neuen Partner kennen und lieben gelernt. Das war ein großes Glück.

 Was wünschst du dir für die Zukunft?

 Frieden für alle Länder.   Nur Frieden bringt Wohlstand.

 Hast du ein Zitat oder ein eigenes Motto, mit welchem du dich identifizierst?

Ja, klar. Es stammt von Arnold Schwarzenegger: „Du musst die Schranken in deinem Kopf einreißen, dann kannst du alles schaffen, was du willst. Nur mit dieser Einstellung kommst du weit.“

Musik Peter Davidon
5 Audio-Titel.aiff (28.49MB)
Musik Peter Davidon
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