Barbara Ludwig
Warum Langeweile - warum nicht lesen

Meine Leseempfehlungen für den Monat September 

Für alle Mallorca- Fans eine gute Nachricht: „Man kann auch ohne Reisen in Mallorca weilen. Vier ganz verschiedene Mallorca-Krimis machen es möglich und für jeden Geschmack ist etwas dabei.

   

Der schwedische Thriller-Autor Mons Kallentoft

nimmt in seinem Thriller Verschollen in Palma

den Leser mit auf eine fast atemlose Reise durch Palma. Ein anderes Palma, voller dunkler Seiten, voller Geheimnisse. Der Normaltourist, der von Sonne und Strand träumt, kennt diese Abgründe der Stadt vermutlich nur vom Hörensagen. Ein junges Mädchen verschwindet in diesem Sumpf und der Vater begibt auf die Suche. Für diese Suche lässt er sein altes Leben zurück, auch die Liebe zu seiner Frau. Alles ordnet er seinem Ziel unter. Er agiert wie im Fieber und der Autor versteht es, uns dies über die Sprache zu vermitteln. Mich erinnerte die Odyssee an die Geschichte von Daphne de Maurier, in der ein Mann durch Venedig irrt und überall meint, sein Kind zu sehen. Verfilmt von Brian de Palmer in „Wenn die Gondeln Trauer tragen.“

Mich hat das Buch stark in seinen Bann gezogen. Einziger Kritikpunkt, die Schilderungen außerhalb von Palma gerieten etwas schwammig. Die Entschuldigung des Autors dazu fand ich - na ja.

 

Die auf Mallorca lebende Elena Bellmar geht mit ihrer Geschichte Toni Morales und die Töchter des Zorns

von der Gegenwart zurück in die Vergangenheit bis zum Franco-Regime. In dieser Zeit gab es Mütter, denen vorgemacht wurde, ihre Kinder seien gestorben. Auch die Kirche war sich nicht zu schade, um die Babys zu verkaufen.  Alles geschah im Sinne des Regimes. Wurde Schwester Beate im Kloster Luc aus diesem Grund ermordet?  Eine packende, weil auf Wahrheit beruhende Geschichte, die ich gern gelesen habe. Völlig anders im Stil als der Thriller oben. Hier agiert Comandante Toni Morales und bindet den Leser in die Ermittlungen ein.

Ein unterhaltsamer Mallorca-Krimi mit gehobenem Anspruch.

 

El Gustario de Mallorca und das tödliche Elixier von Brigitte Lamberts 

bietet zu den beiden anderen Krimis ein Gegenprogramm. Hier geht um die Lösung eines Rätsels, dass den Gustario mehr beschäftigt als sein eigentlicher Auftrag, einen Restaurantführer zu schreiben. Aber natürlich nähert sich ein Gustario immer über das Essen an – über ein gutes Essen, wohl bemerkt. Und so enthält der Roman eine Reihe von Hinweisen auf typische Gerichte und auf gute und empfehlenswerte Gaststätten. Nicht unbedingt super spannend, aber auf dafür amüsant zu lesen.

 

In Christina Grubers zweitem Mallorca Krimi Der Teufel von Mallorca 

begegnen wir wieder Oma Johanna und Enkelin Gemma, die sich geschickt an die Aufklärung von ziemlich grausigen Mädchenmorden heranwagen und dabei in große Gefahr geraten. Gelingt es dem befreundeten Kommissars Héctor ihnen zu helfen? Ein Serienmörder geht um und mit ihm ist nicht zu spaßen. Die Geschichte schien mir etwas zu bekannt, aber sie war gut zu lesen, fand ich. Und für alle die an die Ostseite der Insel reisen, wartet sie mit vielen Ortsdetails der Gegend auf. 

Viel Spaß beim Lesen.

   

 
 
 
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